Mittwoch, 19. Juni 2013

Deux

Nun ist es soweit: Grain de Sel wird Zwei. 

Einiges habe ich euch in diesen zwei Jahren vorgekocht: sage und schreibe bald 500 Gerichte). Versucht habe ich, euch Frankreich ein wenig näher zu bringen - vorallem die malerische Drôme - und wie schön es ist, aus eigenem Garten  zu kochen. Auch brachte das Bloggen mit sich, dass ich mittlerweile eine gute handvoll Blogger in echt kennengelernen durfte. 

Ein prima Gelegenheit also zurückzublicken - heute auf Zahlen. Laut Aufrufzahlen haben euch folgende bebilderte Rezepte besonders gefallen. Dabei erfreut mich sehr, dass das karamellisierte Ofen-Apfelmus seine Kreise gezogen hat. Es ist eines der Rezepte, die mir für meine Gartenküche besonders gefallen: einfach, alltäglich, gesund und köstlich - man muß nur auf den Kniff kommen.


Aufrufzahlen hängen nicht nur damit zusammen, dass einges gerne nachgekocht wurde, sondern logo auch mit Alt-Hübsch-Vorderen, die verlinkt haben wie Zorra, Robert und Petra. Ebenfalls an Stichwörtern wie *Allem Anfang* oder *Papa Moll*. Den meisten (englischen) Spam erhalte ich übrigens zu *Kulinarisches Gedicht: Schokoladensauce zu Entenbrust* und *Burger-Mania* warum, läßt sich mir nicht erschließen.

Wer bei den Tags nachschaut, wird feststellen, dass hier vorallem Vegetarierer , Eigenbrötler, Pasta-Maniacs, Salatstupfer, wie Süßschnäbel auf ihre Kosten kommen, sowie Tomatenliebhaber und Wertschätzer für Ziegenfrischkäse.

Einen wahren Kommentar-Sturm löste mein Ras le Bol aus - um weitere Tarte Tatin-Versuche komme ich nun wohl kommenden Herbst nicht herum.

Nach wie vor freue ich mich an meinem neuen Bloggewand, das mir die Wünsche wahr machende Herzdame Maret maßgeschneidert hat. Damit kann ich mir gut vorstellen, alt zu werden. Super kommen die Boards bei euch an, bei denen Bild mit Rezept verlinkt ist - die Mühe hat sich damit gelohnt. Es fragt sich allerdings nur, wie lange es derart übersichtlich bleibt...

Sehr, sehr oft wurde in der letzten Zeit außerdem die Seite *Über mich* angeklickt. Aber ein wenig wird es noch Baustelle bleiben. Ist denn wirklich ein Foto nötig? Oder Facebook? Habt ihr Anregungen oder vielleicht auch Kritik? Bitte her damit!

Und morgen, ja morgen habe ich zur Feier des zweiten Jahrestages etwas für euch vorbereitet...

Dienstag, 18. Juni 2013

Angefüttert: Bratkartoffel-Gnocchis mit Paprika-Merguez-Sauce

Habe ich euch angesteckt mit meinem Hang zu Gnocchis? So langsam solltet ihr wirklich angefüttert sein und meine Begeisterung für die Wasserschweber nachempfinden, ja nachschmecken können. Noch nicht? Dann bekomme ich euch hiermit.

Als wir unterwegs auf den Philippinen waren, lief in dem Resto eines Guesthouses abends oft der Fernseher. Während eines Dinners sah ich aus den Augenwinkeln einer (englischen, australischen?) Kochsendung zu - fragt mich nicht welcher. Dabei schnappte ich mir die einzige, kulinarische Inspiration auf den Philippinen auf, die dieses gewürzverachtende Land zu bieten hatte: Bratkartoffelgnocchis - was allerdings in keinem weiteren Zusammenhang mit den Philippinen steht. 

Ins Ultralangzeitgedächtnis abgelegt kam mir diese Idee vor ein paar Tagen wieder.
Ausgegangen bin ich von Johann Lafers Rezept für Kartoffelgnocchis. Und als hätte ich es vorausgesehen, wurde das Essen zum darin baden - also für Gnocchi-Liebhaber wie mich. Bei jedem Bissen habe ich leicht selbstzufrieden den Habib darauf hingewiesen, dass ich mir diese Kombi so selbst ausgedacht hatte. Manchmal sollte man auch Spaß an sich selbst haben...

Aber viel Beifall war weiter nicht nötig, da wir beide den Gefälligkeits-Beweis erbracht hatten: zu zweit verputzten wir wirklich eine beachtliche Portion - und das obwohl eigentlich viel zu warm war für Nachschlag.
Zutaten 2P:

Bratkartoffelgnocchi:
250g Kartoffeln, mehligkochend
1 Eigelb
125g Ziegenfrischkäse (original: Ricotta)
75g Mehl
25g Parmesan, gerieben
Salz, Pfeffer
Muskat
Butterschmalz

Sauce:
2 große Paprika, rot und gelb (etwa 400g)
2 Zehen junger Knoblauch, feingewürfelt
2 Merguez
200g ofengeröstete Tomaten
Harissa
2 TL frischer Thymian
1 EL frischer  Oregano, fein geschnitten
Salz, Pfeffer
Olivenöl
1 Pr brauner Zucker

gutes Olivenöl
frisch geriebener Parmesan
Zubereitung:

Für die Gnocchis die Kartoffeln knapp mit Wasser bedecken und weich garen.

Den Backofengrill anwerfen und die gesäuberte Paprika in Vierteln einige Minuten knapp unter den heißen Grill werfen - solange bis sich dunkle Stellen zeigen. Den Paprika direkt vom Ofen ofort in ein nasses, gut ausgewrungenes Handtuch einschlagen. Abkühlen lassen. Dann die Paprika von ihrer Haut befreien. In kleine Würfel schneiden.

Olivenöl in einer Pfanne erhitzen, die Merguez aus der Pelle drücken und zusammen mit dem Knoblauch krümelig anbraten. Die Kräuter dazu geben, ebenso die Paprika und die restlichen Gewürze. Bei milder Hitze und geschlossenem Deckel sanft 10 Minuten köcheln lassen.

Die fertig gegarten Kartoffeln abgießen und noch heiß pellen. In einer Pfanne bei starker Hitze den Butterschmalz erhitzen und die Kartoffeln in groben Stücken sofort darin anbraten bis sie golden angebraten sind. Nun zwei Mal durch die Kartoffelpresse drücken. 

Das Eigelb zugeben und unterarbeiten. Ziegenfrischkäse, Mehl und Paremsan zugeben. Alles zu einer glatten Masse verarbeiten, mit Salz, Pfeffer und frisch geriebenem Parmesan abschmecken. Den Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche zu etwa 2cm dicken Rollen formen. Mit eine Messer in 2cm lange Stücke schneiden. Wer mag formt nun noch nach mit den Händen zu kleinen Kugeln und drückt mit einer Gabel den Gnocchis ein Muster auf. Sie über ein geriffeltes Gnocchibrett zu rollen, wäre natürlich ebenfalls eine schöne Möglichkeit.

Die Gnocchis in leicht kochendes Salzwasser geben. Wenn sie nach oben steigen, mit einer Schöpfkelle herausheben und in kaltem Wasser abschrecken. Auf einem Teller zwischenlagern, bis alle Gnocchis fertig sind - dadurch leicht abtrocknen lassen.

Dann die Gnocchis zu der Sauce geben und mit gutem Olivenöl und Parmesan servieren.
Quelle Grundrezept Kartoffelgnocchi: Johann Lafer, *Der große Lafer*

Montag, 17. Juni 2013

Fügung: Polentataler mit Harissa-Mangold

Mangold gibt es stets im Garten und einen Maiskolben hatte ich ebenfalls noch. Es fehlte die rechte Eingebung, was damit machen. Glücklicherweise umgaben mich kürzlich inspirierende Feriengäste: schon lange wollte ich mal Polentataler in der Art von Eline machen. Wenn ich sie nachher dann auch nicht originalgetreu nachgebastelt habe, war das dennoch eine spitzen Eingebung.

Frischen Mais mag ich sehr und er hat in der Polenta wunderbar zu dem erdigen, scharfen Mangold gepaßt. Polenta und Mangold kombinierte bereits meine Bettina Matthaei sehr gelungen - da kann man davon ausgehen, gutin der Spur zu liegen.

Dieses Essen fand ich nicht nur vegetarisch besonders gelungen, es wird zudem auch ein Lieblingsrezept mit Mangold.
Zutaten:

100g grober Maisgrieß (Polenta)
400g Gemüsebrühe
(davon ein Schuß Milch)
Salz, Pfeffer
1 EL Nussbutter
Mais von 1 frischen Maiskolben
etwas Olivenöl

700g Mangold
1 Zwiebel
2 Knoblauchzehen
Olivenöl
1/2 TL Harissa
1 EL Tomatenmark
150ml Gemüsebrühe (m: neue Edition mit Petersilienwurzel)
1 Pr brauner Zucker
Salz, Pfeffer
1 EL crème fraîche
100g Ziegenfrischkäse
Zubereitung:

Ausreichend Wasser mit einer Prise Salz zum Kochen bringen und den Maiskolben darin 20-30 Minuten garen. Etwas abkühlen lassen, dann mit einem Messer die Maiskörner vom Kolben schneiden und zur Seite stellen.

Eine Auflaufform (m: 25 x 18cm) buttern.

Die Gemüsebrühe mit der Milch zum Kochen bringen und den groben Maisgrieß einrühren. Bei kleiner Flamme immer wieder stetig umrühen und aufpassen, dass er nicht am Topfboden anhängt. Nach etwa 30 Minuten ist er durch - sollte er beim Rühren zu fest werden, noch etwas Gemüsebrühe nachschütten. Kurz vor Ende der Garzeit die Polenta die Maiskörner unterrühren, mit Salz und Pfeffer abschmecken und die Nussbutterzufügen. Anschließend in die gebutterte Form geben und glatt streichen. Auskühlen lassen.

Den Mangold waschen, die Stiele von den Blättern trennen (m: mit der Hand). Die Stiele in etwa 1/2cm breite Stücke schneiden und in einer Schüssel zwischenlagern. Die Mangoldblätter ebenfalls in Streifen schneiden. Zwiebel und Knoblauch fein würfeln.

Olivenöl in einer Pfanne erhitzen und die Zwiebeln glasig dünsten. Die Mangoldstiele und den Knoblauch beifügen und weitere 5 Minuten dünsten. Die Gemüsebrühe anschütten, ebenso die ofengerösteten Tomaten und die feingeschnittenen Mangoldblätter. Den Deckel auflegen und bei kleiner Hitze 10 Minuten dünsten. 

Die Stege einer Grillpfanne mit Öl einpinseln. Mit einem Ausstecher (m: 8cm) Kreise aus der Polenta stechen und die Taler in der Pfanne von beiden Seiten braten.

Das Mangoldgemüse mit  Harissa, Zucker, Salz und Pfeffer pikant abschmecken. Den klein geschnittenen Ziegenkäse hineinschmelzen lassen und die Crème unterrühren. Zusammen servieren.

Sonntag, 16. Juni 2013

Vite fait: Fondant aux chocolat oder Brownies mit Walnüssen und Kardamom

Im Moment ist es draußen im Garten so schön, da habe ich oft keinen Bedarf, länger in der Küche zu stehen. Üppig duften die Rosen, endlich wieder Wiesenblumensträuße pflücken, nachts die Nachtigall, morgens das hausierende Eichhörnchen und auch wieder auf nackige Zehen gucken können - ich bin abgelenkt. 

Picknick ist für solches Wetter das Stichwort in Frankreich. Oder auch sehr groß geschrieben auf der Campagne: Grillen. Bei diesen Gelegenheiten kommt immer gut, wenn alle bereits satt und zufrieden im Schatten sitzen, wenn dann jemand etwas Süßes hervorzaubert.

Ich mag derartige Fondants, Brownies oder allgemein gatschige Rührkuchen ebenfalls sehr gerne anmutig kleingeschnitten zu einem Dessert-Vielerlei. Das olypmische Dessert besteht für mich aus fruchtig, cremig und schokoladig - und wenn es dann dazwischen sogar irgendwo knuspert, kann unmöglich jemand NOCH mehr wollen.

Unabdingbar bei solchem Gebäck ist, dass es gatschig, eben schön feucht daher kommt. War es zu lange im Ofen, ist es durch und trocken gebacken, dann sollte man es rein theoretisch grün anstreichen und den Hasen füttern. Von Vorteil ist, wenn man dazu seinen Ofen gut kennt. Dieses Rezept haben sowohl Juliane wie Zorra gebacken (nur geringfügig anders) und ich wüßte zugerne, wieviel Minuten sie die Browies im Ofen hatten. Meine waren EXAKT 25min drinne und ich würde sogar auf 23 Minuten runtergehen. Wer es zudem gerne etwas luftiger hätte als meine Variante, der sollte darauf achten, der Schokolade wirklich Zeit zum Abkühlen zu geben. Wer außerdem den Kardamom richtig durchschmecken will, der sollte dem Fondant zusätzlich einen Tag zum durchziehen geben... 

So, und ich bin jetzt wieder draußen... Schönen Sonntag!
Zutaten (Form m:18 x 25cm)

230g Zartbitterschokolade
190g brauner Zucker
150g Butter
1 Prise Salz (kommt im Original nicht vor)
3 Eier
110g Mehl

1 1/2 TL gemahlener Kardamom
120g gehackte Walnüsse


Zubereitung:

Schokolade grob hacken. Mit der Butter im Wasserbad schmelzen lassen. Dann den Zucker zugeben und so lange unterrühren, bis sich der Zucker komplett aufgelöst hat. Den Kardamom unter die Schokoladen-Butter-Zucker-Mischung rühren. Schokolade abkühlen lassen.

Eine rechteckige Backform oder Auflaufform mit etwas Butter einfetten. Backofen auf 180 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen.

Eier einzeln unter die abgekühlte Schokoladenmasse kräftig mit einem Schneebesen unterrühren. Das Mehl zugeben und mit einem Kochlöffel vorsichtig unterheben. Zum Schluss die gehackten Walnüsse unterrühren. Masse in die gebutterte Backform geben. Im heißen Backofen auf der mittleren Schiene ca. 24 Minuten (evtl. auch etwas länger, je nach Backofen) backen.
Quelle: Juliane von Schöner Tag noch/ Zorra von 1 x umrühren bitte

Freitag, 14. Juni 2013

Fabuleuse zum Dritten: Süßkartoffel-Nocken mit Rucola, Gorgonzola und Schinken

Die Paunzen waren toll und die Wirsingrollen richtig super. Alles inspiriert von NKOTB. Christina hat nicht nur den coolsten Blogname und eine selten erheiternde Art zu schreiben, nein, sie kocht zudem genau nach meinem Geschmack. Wäre ich männlich und unverheiratet, ich wüßte, was zu tun ist ;)!

Mit meinem dritten Rezept, das auf la muse charmante, Christina zurückgeht, führe ich diese fabuleuse Reihe fort. Ich fand diese Kombi zu köstlich: die lieblichen Süßkartoffel-Nockerln, die gemeinsame Sache mit den Kirschtomaten machen und dagegen halten der Bleu, der Rucola und der geräucherte Schinken. Zusammen rollt das nur so die Zunge runter. 

Abgeändert habe ich lediglich die Süßkartoffel-Gnocchis. Das Problem bei Gnocchis mit Süßkartoffeln ist das gleiche wie bei Kürbisgnocchis: meist braucht es zu viel Mehl. Deshalb habe ich für diese den gleichen Kniff aufgegriffen, den mein geschätzter Herr Lafer für seine Kürbisgnocchis anwendet. Er gibt den Kürbis nach dem Weichkochen in ein Tuch und drückt in aus. Hätte ich es bei der Süßkartoffel gründlicher gemacht, dann hätte ich ebensogut Gnocchis formen können - so wurden es wieder Nocken.

Aber das Nockerln geht mittlerweile vollautomatisch - für was bin ich in einer echten Phase...
Zutaten 2P:

1 große Süßkartoffel (m: 570g)
150g Mehl
1 Eigelb
Salz, Pfeffer
100 g Gorgonzola (m: fourme d'ambert)
50ml Milch
eine Handvoll Kirschtomaten, halbiert
6 Scheiben Parmaschinken 
eine kleine Handvoll Rucola 
frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
Zubereitung:

Süßkartoffel mit Schale in reichlich und leicht gesalzenem Wasser kochen bis sie gar ist (wahlweise auch schälen und wie Salzkartoffeln kochen). Schälen und in einem Küchentuch gut ausdrücken. Mit Eigelb und dem Mehl mischen, salzen und pfeffern

Reichlich Salzwasser in einem großen Topf zum Kochen bringen. Mit Hilfe zweier Teelöffel Nocken formen und in das siedendem Wasser geben,  3–5 Minuten garen, bis sie oben schwimmen. Dann mit einer Schaumkelle herausnehmen und gut abtropfen lassen und in einer Schüssel warm halten. 

Den Gorgonzola kleinschneiden und zusammen mit der Milch in einem kleinen Töpfchen langsam unter Rühren erhitzen, bis der Gorgonzola geschmolzen ist - ergibt eine dickflüssige Sauce.
Butter in einer beschichteten Pfanne erhitzen und die Gnocchi darin schwenken und ein wenig bräunen lassen. Kirschtomaten dazu geben und mitbraten, bis sie ein bisschen schrumpelig sind. 

Parmaschinken und Rucola dazugeben, kurz erhitzen, dann alles auf vorgewärmten Tellern anrichten und mit der Gorgonzola-Sauce beträufeln. Zum Schluss mit frisch gemahlenem schwarzen Pfeffer bestreuen und servieren.
Quelle und Inspiration: Christina von New Kitch on the Blog

Mittwoch, 12. Juni 2013

Getaktet: saftiges, kerniges Roggen-Vollkornbrot

Immer schön abwechselnd versuche ich uns ein helleres und ein vollkornlastigeres Brot zu backen. Dieses von Marlene habe ich schon öfters gebacken. Die dunkeln Brote, die es selbst für viel Geld in Frankreich nicht zu kaufen gibt, waren der Grund, weshalb ich mit dem Brotbacken begonnen habe. Das Interesse, wie sich Luft in großen und kleinen Blasen im Teig vergnügt, kam erst später. Dieses Roggen-Vollkornbrot erinnert mich ein wenig an eines meiner Lieblingsbrote aus meiner ehemaligen Heimat, welches fast schon Richtung Pumpernikel ging.

Pumpernikel zuhause zu backen mit einem Elektro-Ofen halte ich für Energieverschwendung. Und solch ein reines Roggenbrot erfüllt bereits all meine Gelüste nach ganzem Korn. Hier schlage ich das Korn nur an, wie ich es von einem anderen Brot von Marlene kenne. Dadurch wird das Brot schön kernig. Zusätzlich machen es die vielen Sonnenblumenkerne knackig.

Ich muß wohl nicht erwähnen, dass eine Scheibe dieses Brotes besonders gut mit Butter schmeckt. Früher, damals, einst, vor aller Küchenaffinität konnte das (oft kombiniert mit einem Fertigsalat) eine ganze Mahlzeit sein. Heute genieße ich es, jeden Morgen Zeit für ein Stück Brot zu haben, für ein gemeinsames Frühstück, ohne dass die Uhr drückt - Wochenendluxus jeden Tag. Ein großer Vorteil der Selbständigkeit.
Zutaten:

Sauerteig: Stehzeit ca. 16 - 18 Std. – ca. 28° fallend auf 26°
180 g Roggenschrot sehr grob
200 ml Wasser
ca. 20 - 40 g Anstellgut

Quellstück: Stehzeit 3 -5 Std.
225 g Sonnenblumenkerne geröstet
100 g Wasser ca. 20°

Brühstück: Stehzeit ca. 4 - 5 Std.
130 g Roggenschrot sehr grob 
(m: hintere linke Ecke der Getreidemühle, also nur angeschlagen)
10 g Salz
140 g Wasser heiß ca. 90°

Brotteig:
Sauerteig
Quellstück
Brühstück
140 g Roggenmehl 1150
20 g Rübensirup od. Honig
5 g Hefe
evtl. noch etwas (wenig) Wasser falls der Teig zu fest sein sollte 

Zubereitung:
 
Alle Zutaten incl. ST, Quellstück und Brühstück zur einem Teig verkneten 15 Min. langsam kneten/vermischen – 10 Min. Teigruhe – 5 Min. langsam kneten - ca. 40 Min Teigruhe - Teigtemperatur von 30° wäre ideal.

Teig grob zusammenschlagen und in Roggenschrot wälzen und mit dem Schluss nach unten in eine gefettete Kastenform (1 kg) legen - Teigoberfläche befeuchten.

Gehzeit: ca. 60 Min. abgedeckt. Der grobe Schrotteig geht nicht so sehr auf wie ein Teig mit Typenmehl, wenn die Form knapp voll ist, sollte die volle Gare erreicht sein.

Backen: Teigoberfläche vor dem Backen mit Wasser befeuchten, evtl. einschneiden oder stippen bei voller Gare im vorgeheizten Ofen bei 240° auf ca. 190° fallend mit Schwaden backen nach ca. 6 Min. Ofentüre kurz öffnen und Schwaden ablassen.

Etwa 15 Min. vor Backende kann man das Brot aus der Form nehmen und ohne Form fertig backen.
Backzeit gesamt: ca. 60 Min. - nach Backende noch ca. 10 Min. im ausgeschalteten Ofen belassen.

Quelle: Marlene - Moderatorin des ST-Forums

Dienstag, 11. Juni 2013

kuscheln mit Mme Lotte: Seeteufel mit Pürre aus Saubohne und Erbse

Der ein oder andere weiß vielleicht noch, dass zwischen mir und der Saubohne eine ganz besondere karmische Verbindung besteht. Gut möglich, dass es deshalb recht einfach für mich ist, eine Beziehung zu ihr herzustellen.

Beim Putzen verbringt man ja so seine Zeit miteinander - kommt sich auf kuscheligem Terrain näher und näher... na, ihr wißt, wie das so läuft. Jedenfalls hat sie mir, Mme Fêve, beim Pulen den ein oder anderen Einblick gegeben in den großen Zyklus aller Lebewesen dieser Erde, den auch sie gedenkt zu durchlaufen. Verläßt sie die Flora, dann wird sie wohl berufen sein, - ist nun auch nicht weiters schwierig, diesen Bogen zu spannen - ihr Gemüsedaunen verlassen, um übergehend in das Reich der Fauna in ähnliche Verhältnisse geboren zu werden. So fiel die einstimmige Wahl derer, die das sagen haben unter Beibehaltung gleicher Prioritäten (gut gebetteter Start) auf ein hüpfendes Tier: das Känguruh. Eigentlich logisch, das alles, oder?

Findet sie gar den Sprung zu einer menschlichen Inkarnation, hat sie mir anvertraut, dann... Aber das quetscht ihr besser selbst aus ihr heraus, wenn ihr sie aus ihrer Hülle drückt... So plaudert es vor sich hin, wenn man einen Haufen Saubohnen zu putzen hat.

Dieses Essen ist herrlich leicht und bringt endlich mal wieder meine große, kulinarische Liebe (Obst zu Herzhaftem) auf den Teller. Auch als Vorspeise kann ich mir dieses Gericht ganz wunderbar vorstellen.

Ach, und glaubt jemandem, der *Saubohne* heißt, nicht alles...
Zutaten:

2 filet de lotte (Seeteufel)
etwas Noilly Prat
etwas Geflügelfond
Abrieb einer 1/2 Zitrone
einige Minzblätte, fein geschnitten
Salz, Pfeffer
700g fêves (Saubohnen)
300g junge Erbsen (m: tiefgefroren)
1 EL Nussbutter
1 handvoll Zuckerschoten
einige Erdbeeren
Holunderblütensirup (m: selbstgemacht)
weißer Pfeffer
Zubereitung:

Zuerst das Gemüse vorbereiten. Die Saubohnen aus der Schale schälen. Die Bohnen kurz in kochendes Wasser geben, abschrecken und die Saubohnen aus ihrer Hülle befreien.

Die Zuckererbsen gipfeln und wenn nötig die an den Seiten der Schoten entlang wachsenden Fäden entfernen. Kurz blanchieren und ebenfalls abschrecken.

1 EL braune Butter erhitzen und die Saubohnen und die Erbsen zusammen kurz darin wenden, etwas Wasser zugeben und bei geschlossenem Topf weich dünsten. Mit dem Zauberstab grob pürieren. Zur gewünschten Konsistenz noch etwas Wasser zufügen. Salzen und pfeffern.

Die Erdbeeren waschen, von ihrem Strunk entfernen und halbieren. Mit etwas Holunderblütensirup und frisch gemahlenem weißen Pfeffer marinieren.

Die Filets nach Gräten durchgehen und gegebenenfalls entfernen. Die Filets kurz in Olivenöl anbraten mit einem Schuß Noilly und etwas Geflügelfond ablöschen und die Zitronenzesten darüber streuen. Anschließend im Ofen bei 70° - 10 Minuten ziehen lassen. Beim Anrichten mit den Minzblättern bestreuen.

Die Zuckererbsen vor dem Servieren kurz in etwas Butter schwenken.

Zuerst das Pü auf dem Teller anrichten, die Zuckerschoten und die Erdbeeren darum verteilen und das Filet auf das Pü setzen. Voilà.
Quelle und Hilfe für die Lotte: Astrid - Arthurs Tochter
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